Darth Vaders Flaggschiff war schon im Film vor allem eines: groß. Der LEGO Star Wars Supersternzerstörer Executor 75457 nimmt das wörtlich. Mit 136 Zentimetern Länge ist er laut LEGO das längste Star-Wars-Modell, das bisher aus Steinen gebaut wurde. Mitglieder von LEGO Insiders können vom 1. Oktober an kaufen, im deutschen LEGO Shop steht für alle anderen der 4. Oktober.
Das Set gehört zur Ultimate Collector Series, der Reihe für große Ausstellungsmodelle, ist ab 18 Jahren empfohlen und hat eine UVP von 749,99 Euro. Es besteht aus 6.130 Teilen und enthält sieben Minifiguren.
Ein Modell, das Platz braucht
Vorgestellt hat LEGO den Executor am 26. August. Die Pressemitteilung nennt neben der Länge 50 Zentimeter Breite, 20 Zentimeter Höhe und ein Gewicht von über fünf Kilogramm. Das sind die Maße eines Möbelstücks. Die Pressefotos stellen das Modell folgerichtig auf eine lange Ablage und einen Esstisch, nicht in ein Regal.
Der schwarze Ständer lässt sich nicht abnehmen. Er ist Teil der inneren Konstruktion, beschreiben beide gesichteten Tests. Hothbricks weist darauf hin, dass sich das Modell deshalb nicht ohne größeren Umbau aufhängen lässt. Auch die Höhe will überlegt sein: Auf einem hohen Regalplatz fielen die blauen Technic-Pins an der Unterseite deutlich auf, merkt Brickset an.
© 2026 The LEGO Group.
Getragen wird die Länge von einem Kern aus System-Steinen, an dem schlanke Ausleger aus Technic-Teilen die Rumpfplatten halten. Brickset beschreibt im Test vom 17. September, wie die Platten an wenigen Punkten eingeklemmt werden und die Stützen an den Rändern mittragen. Hothbricks zählt knapp 600 Technic-Pins, mehr als ein Zehntel der Teile für das Schiff. Beide Tester bekamen das Set von LEGO gestellt.
Was sich seit 2011 geändert hat
Einen Supersternzerstörer gab es in dieser Reihe schon einmal. Das Set 10221 erschien 2011 mit 3.152 Teilen, war 124,5 Zentimeter lang und kostete damals 399,99 Euro. Ende 2014 verschwand es aus dem Handel.
Gewachsen ist der Nachfolger vor allem in der Breite. Er ist knapp zwölf Zentimeter länger, aber mit 50 statt 38 Zentimetern rund ein Drittel breiter, bei fast doppelt so vielen Teilen. Brickset hält die neuen Proportionen für viel näher am Filmmodell. Auch die Kanten, an denen die Rumpfplatten und das Deck in unterschiedlichen Winkeln aufeinandertreffen, sind nachgebildet.
Eine Designentscheidung von damals ist korrigiert. Beim Modell von 2011 steckte eine kleine Brückenszene im Inneren und wölbte die Oberseite nach außen. Jetzt steht die Brücke als eigene Szene neben dem Schiff.
Sieben Figuren und eine Lücke
Die Brückenszene stellt einen Moment aus „Das Imperium schlägt zurück“ nach: Darth Vader empfängt die Kopfgeldjäger, die Han Solo aufspüren sollen. Zum ersten Mal sind alle sechs in einem Set vereint. Neben Boba Fett sind das Dengar, Bossk, IG-88, 4-LOM und Zuckuss.
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Für Sammler ist IG-88 die auffälligste Figur. Der Droide hat einen neu geformten Kopf und steht auf den längeren Beinen eines Superkampfdroiden, sodass er die anderen überragt. Dengar, Bossk, 4-LOM und Zuckuss sind laut Hothbricks neue Versionen, die es bisher in keinem anderen Set gibt. Vader und Boba Fett entsprechen den aktuellen Figuren.
Eine Figur fehlt: Admiral Piett, der Kommandant der Executor. Brickset führt das unter den Schwächen auf, und in den Kommentaren zum Test fragt ein Leser, wie ein Executor-Set ohne ihn auskommen kann. Im Modell von 2011 war er noch dabei, zusammen mit Vader und drei der Kopfgeldjäger.
Grau in Grau
In den Tests und den Kommentaren darunter kehrt eine Frage wieder: Trägt die graue Fläche ein Modell dieser Größe? Brickset findet das Schiff „überwältigend grau“, lobt aber die hellblauen Fenster, die an die Lichter im Film erinnern. Dazu gehören 60 bedruckte Fliesen, die laut Pressemitteilung zufällig verteilte Rumpflichter nachbilden. Aufkleber liegen dem Set nicht bei.
Beim Aufbau der Stadtlandschaft auf dem Deck gehen die Einschätzungen auseinander. LEGO hat sich laut Hothbricks am Drehmodell orientiert, nicht am Schiff, wie es im Film unter dem Studiolicht erscheint. Am Drehmodell haben Aufbauten und Rumpf dieselbe Farbe, schreibt Brickset und erkennt diese Treue an, hätte sich aber mehr dunkelgraue Teile für Kontrast gewünscht. Hothbricks findet die Mitte flacher und weniger detailreich als beim Vorgänger.
Bei der Unterseite widersprechen sich die beiden Tests sogar. Brickset nennt die Details dort und an den Triebwerken enttäuschend. Hothbricks findet die Unterseite „wirklich sehr gut detailliert“. Einig sind sie sich bei einem kleineren Ärgernis: An einigen Stellen sind blaue Technic-Pins zu sehen. Hothbricks bemängelt zudem, dass die grauen Platten nicht alle denselben Farbton haben.
Ein Detail gefällt beiden Testern. Dem Set liegt ein kleiner Sternzerstörer mit eigenem Ständer bei, der den Größenunterschied zeigt, und an seinem Heck hängt der Millennium Falke, gedruckt auf eine runde Eins-mal-eins-Fliese. Den kleinen Sternzerstörer selbst sehen sie unterschiedlich: Hothbricks findet ihn deutlich gelungener als 2011, Brickset stört die gestauchte Spitze.
Der Preis im Verhältnis
749,99 Euro für 6.130 Teile ergeben einen Preis pro Teil von 12,2 Cent. Das Modell von 2011 lag mit 12,7 Cent in derselben Größenordnung, allerdings zu Preisen von damals. Brickset hält den Preis für ein Set dieser Größe vielleicht für angemessen. Den Tester stören bei diesem Betrag aber gerade die fehlenden Details an der Unterseite.
Wer vor allem Platz sparen will, findet im selben Motiv eine kleine Alternative. Den Supersternzerstörer Executor 75356 gibt es als Modell im Midi-Maßstab mit 630 Teilen und einer UVP von 69,99 Euro. Hothbricks rechnet damit, dass manche nach einem Blick auf beide Modelle bei der kleinen Version bleiben.
Zum Start verkauft LEGO das große Set über die eigenen Stores und den Onlineshop. Für Käufe zwischen dem 1. und 7. Oktober kündigt LEGO in der Pressemitteilung den Bausatz „Darth Vaders Lichtschwert“ 40897 als Beigabe an, solange der Vorrat reicht und nach eigenen Aktionsbedingungen. Für den Preisvergleich liegen noch keine Händlerpreise vor.
Für wen sich das Modell eignet
Der Executor 75457 richtet sich an Star-Wars-Fans, die ein Ausstellungsstück suchen und einen festen Platz dafür haben. Für sie bietet er die genauere Form und die vollständige Kopfgeldjäger-Runde, die dem Vorgänger fehlte. Wer das Modell von 2011 besitzt, steht vor einer schwierigeren Frage. Das neue Schiff ist genauer, wirkt in der Mitte aber flacher als das alte. Ob die Konstruktion das Gewicht über Jahre ohne Durchhängen trägt, kann kein Test in den ersten Wochen zeigen. Hothbricks hat bislang nichts dergleichen bemerkt.
Dass ein beliebtes Motiv nach einigen Jahren in überarbeiteter Fassung zurückkehrt, ist bei LEGO Star Wars üblich. Wie sich die Reihen vom Microfighter bis zur Ultimate Collector Series nach Alter und Anspruch unterscheiden, zeigt die Wiki-Übersicht zu Star Wars.