Wer alle sieben Dragon Balls findet, darf sich etwas wünschen. Um diese Idee dreht sich die Anime-Reihe Dragon Ball, und genau diesen Moment baut das erste LEGO-Set zur Serie nach: Der Drache Shenron steigt aus den sieben Kugeln auf, daneben schwebt der junge Goku auf seiner Wolke. Das Set LEGO Icons Dragon Ball: Shenron & Goku 11390 erscheint am 4. November, Mitglieder von LEGO Insiders können vom 1. November an kaufen.
Es ist ab 18 Jahren empfohlen, besteht aus 1.764 Teilen und hat eine UVP von 139,99 Euro. Der deutsche LEGO Shop nennt den Drachen mit beiden Namen, unter denen ihn Fans kennen: Shenron und Shenlong.
Eine neue Lizenz mit Ansage
Vorgestellt hat LEGO das Set am 28. September als Beginn einer Partnerschaft mit Toei Animation, dem Studio, das die Dragon-Ball-Serien produziert. Erfunden hat die Geschichte der Zeichner Akira Toriyama. Die Pressemitteilung kündigt für 2027 weitere Dragon-Ball-Sets an, verrät aber noch nicht, welche.
Damit wird Dragon Ball zu einem Lizenzthema wie Star Wars oder Harry Potter: Die Figuren gehören nicht LEGO, und für ihre Nutzung fallen Lizenzgebühren an. Fans haben lange darauf gewartet. Seit Jahrzehnten, schreibt Brick Fanatics im Test vom 30. September, und verweist auf die vielen Vorschläge und selbst gebauten Modelle, die zeigen, wie gefragt die Marke ist.
Vorbild ist ausdrücklich die erste Serie „Dragon Ball“, nicht eine der Nachfolgerinnen wie Dragon Ball Z. Das Designteam hat dafür Einzelbilder aus der Animation und klassische Posen studiert. Deshalb ist Goku hier noch ein Kind, mit Schwanz, Kampfstab und orangefarbenem Kampfanzug.
Ein Drache, der fast frei steht
Shenron windet sich in mehreren Schleifen um eine graue Felssäule. Das fertige Modell ist 32 Zentimeter hoch, 24 Zentimeter lang und 26 Zentimeter breit und passt damit auf eine Kommode oder ins Regal. Getragen wird der lange Körper an erstaunlich wenigen Stellen: am Sockel, an einer kleinen Stütze hinten an der Säule und an ihrer Spitze. Brick Fanatics hatte mit mehr Stützen gerechnet und fand das Modell dann so stabil, dass es sich an der Säule anheben und vorsichtig schütteln lässt, ohne dass etwas abfällt.
© 2026 The LEGO Group.
Der Preis für diese Form ist Wiederholung. Der Körper besteht aus zwei Abschnittstypen, die immer wieder aneinandergesetzt werden. Beide Tests sprechen das an, und beide halten das Ergebnis für die Mühe wert. Gegen die Monotonie hilft ein kleiner Kniff: Farbige Teile ergeben ein Muster, an dem man sich orientiert, sodass der Blick in die Anleitung bald seltener nötig wird. Und am Ende steht ein Körper, der sich so fließend biegt, dass Brickset ihn im Test vom 30. September „wunderbar organisch“ nennt. Der Tester hält Shenron für den vielleicht besten LEGO-Drachen überhaupt. Beide Tester bekamen das Set von LEGO gestellt.
Beweglich ist der Drache nur begrenzt. Die Beine lassen sich anwinkeln, das Maul öffnen, der Kopf dreht sich um wenige Grad. Wer eine Spielfigur wie die Drachen aus LEGO Ninjago erwartet, bekommt hier ein Ausstellungsstück. Einen kleinen Makel findet Brick Fanatics in grauen Kugelgelenken, die an einigen Stellen zu sehen sind.
Sieben Kugeln und ein paar Anspielungen
Die Dragon Balls sind sieben Steine im Format zwei mal zwei, bedruckt mit einem bis sieben roten Sternen. Sie liegen am Sockel, als hätte jemand sie gerade zusammengetragen, und Blitze zeigen, wie der Drache aus dem Boden bricht. Das Schild mit dem Serienlogo und die Halterung für Gokus Wolke lassen sich laut Brick Fanatics an jede Seite des Sockels versetzen. Wer das Modell in eine Ecke stellen will, kann so die schönere Seite nach vorn drehen.
Brickset beschreibt zwei Details für alle, die beim Bauen genau hinsehen. Viele Teile im Inneren, die später niemand mehr sieht, haben die Farbe der Dragon Balls. Und die Anleitung markiert neue Teile in jedem Schritt orange statt wie sonst rot.
Nur eine Figur, und die Frage nach Bulma
Goku ist die einzige Minifigur im Set. Beide Tests loben sie, vor allem die neu geformte Frisur, die Brickset genau auf den Goku der ersten Serie getroffen findet. Auch der Schwanz stimmt: Den hat Goku in dieser Phase noch.
© 2026 The LEGO Group.
Eine zweite Figur hätte nahegelegen. Brickset vermisst Bulma, die in der ersten Serie mit einem selbst gebauten Radar nach den Dragon Balls sucht und mit der Goku auf diese Reise geht. Auch für Brick Fanatics wäre beim Preis zumindest eine weitere Minifigur angemessen gewesen. Wer eine größere Figurenrunde möchte, muss auf die für 2027 angekündigten Sets hoffen. In den Kommentaren unter dem Brickset-Test schreibt jemand genau das: Man warte lieber auf kleinere Sets mit Minifiguren.
Was das Set kostet
139,99 Euro für 1.764 Teile ergeben einen Preis pro Teil von 7,9 Cent. Für ein Lizenzset ist das günstig. Im Median liegen LEGO-Lizenzthemen in unserem Katalog bei 12 Cent pro Teil, gemessen an den UVPs bis August 2026. Brickset hält den Preis in Europa für fair, den US-Preis von 179,99 Dollar dagegen für recht hoch. Zurückhaltender fällt das Urteil bei Brick Fanatics aus: Der Preis sei „bestenfalls angemessen“, der Wert als Ausstellungsstück aber beträchtlich.
Zum Start führt LEGO das Set in den eigenen Stores und im Onlineshop, wo es als exklusiv gekennzeichnet ist. Belastbare Händlerpreise gibt es vor dem Start noch nicht.
Für wen sich das Modell eignet
Das Set richtet sich an Erwachsene, die mit der ersten Dragon-Ball-Serie aufgewachsen sind und ein Stück davon ins Regal stellen möchten. Für sie steckt es voller Wiedererkennung: die sieben Kugeln, der Drache, der aus dem Sockel bricht, Goku auf seiner Wolke. Wer die Serie nicht kennt, bekommt immer noch einen ungewöhnlich eleganten Drachen, auch wenn einige Anspielungen dann ins Leere laufen. Wer lieber spielt als ausstellt oder vor allem Figuren sammelt, ist mit den angekündigten Sets für 2027 vielleicht besser bedient. Wie groß die Auswahl dort wird, ist noch offen.