Oben wird gespeist, unten gekocht. Das LEGO Ideas Set Downton Abbey 21373 baut die Ordnung der Fernsehserie auf zwei Etagen nach: Speisesaal, Halle und Bibliothek für die Familie, darunter Küche, Dienstbotenhalle und das Büro von Butler Mr. Carson. Vorgestellt wurde es am 10. September. Ab dem 1. Oktober können Mitglieder von LEGO Insiders kaufen, ab dem 4. Oktober alle anderen.

Das Set ist ab 18 Jahren empfohlen, enthält 13 Minifiguren aus der letzten Staffel und hat eine UVP von 299,99 Euro. Entworfen hat es kein LEGO-Designer, sondern ein Fan.

Zwei Etagen, zwei Welten

Downton Abbey erzählt von einer Adelsfamilie und ihrem Personal unter einem Dach. Im Modell ist diese Trennung der Grundriss. Die Vorderseite zeigt das Schloss geschlossen, die Rückseite ist offen wie bei einem Puppenhaus. Dort liegen beide Lebenswelten übereinander, jede mit eigener Einrichtung.

Rückansicht des LEGO Downton Abbey Modells mit Speisesaal, Halle und Bibliothek oben sowie Küche, Büro und Dienstbotenhalle unten
Die offene Rückseite zeigt beide Etagen: oben die Räume der Familie, unten die des Personals. Fotos mit Genehmigung verwendet.
© 2026 The LEGO Group.

Maßstabsgetreu sind die Räume nicht, und sie liegen auch nicht dort, wo sie sich im echten Schloss befinden. Das Modell ordnet sie nach der Serie, nicht nach dem Grundriss. Die Pressemitteilung hebt zwei kleine Zeitzeichen hervor: einen frühen elektrischen Rührer in der Küche und ein Telefon im Kerzenständer-Stil, wie es in den 1910er- und 1920er-Jahren üblich war. Außerdem verspricht sie ein abnehmbares Obergeschoss.

Eine Fassade, kein ganzes Schloss

Das Titelbild der Pressemitteilung zeigt das Modell vor Highclere Castle, dem Drehort der Serie. Neben dem Original fällt auf, was fehlt. Das Modell übernimmt Fensterreihen, Zinnen und die beiden Ecktürme der Vorderseite, nicht aber den hohen Mittelturm, der jede Ansicht des echten Schlosses prägt.

Auch in der Höhe ist das Modell verdichtet: Es hat zwei Stockwerke, das echte Schloss drei. Brickset nennt den fehlenden Turm in seinem Test vom 11. September als ersten Eindruck. Dazu kommen vier leere Hohlräume in den Ecktürmen, die hinter der Fassade ungenutzt bleiben.

Mit 44 Zentimetern Breite, 16 Zentimetern Tiefe und gut 30 Zentimetern Höhe braucht das Modell vor allem Breite. Die geringe Tiefe folgt aus der Bauweise: Es zeigt eine Hausfront mit Räumen dahinter, keinen vollständigen Baukörper.

13 Figuren und eine Lücke

Die Figurenauswahl folgt dem Haushalt aus Staffel 6. Zur Familie gehören die Dowager Countess, Lord und Lady Grantham, Lady Mary, Lady Edith und Tom Branson. Das Personal bilden Mr. Carson, Mrs. Hughes, Mr. Bates, Anna Bates, Thomas Barrow, Mrs. Patmore und Daisy Parker.

Die 13 Minifiguren des LEGO Downton Abbey Sets in einer Reihe vor dem Modell
Sechs Figuren aus der Familie, sieben aus dem Personal. Fotos mit Genehmigung verwendet.
© 2026 The LEGO Group.

Tom Branson passt dabei in beide Etagen. Er kam als Chauffeur ins Haus und gehört in Staffel 6 zur Familie. Wer mit den Figuren Szenen nachstellen möchte, hat oben wie unten eine vollständige Besetzung.

Die Festlegung auf die letzte Staffel erklärt auch die Lücke: Matthew Crawley, der die Serie in der dritten Staffel verlässt, ist nicht dabei. Im ursprünglichen Fanentwurf waren er und seine Mutter Isobel Crawley noch dabei. Die Damen tragen Abendkleider, jede mit neu bedrucktem Oberkörper und eigenem Kleid. Neu gegossen ist auch die Frisur der Dowager Countess.

Vom Fanentwurf zum Set

Das Modell stammt von einem Fan. Der tschechische Designer Sebastian Veselka reichte es unter dem Namen BRO3 als Projekt „Downton Abbey: Highclere Castle“ bei LEGO Ideas ein, wo Fans Entwürfe unterstützen können. Ab 10.000 Stimmen wird geprüft, ob daraus ein Produkt wird. Downton Abbey erreichte diese Schwelle im Sommer 2024 und wurde im Oktober 2025 freigegeben.

Auf dem Weg zum Set hat sich der Entwurf verändert. Die Haupthalle ersetzt das Schlafzimmer von Lady Mary, weil in der Halle viele Serienszenen spielen. So begründete es Set-Designerin Marina Stampoli bei einer Präsentation, die New Elementary in seinem Test wiedergibt. Die Initialen des Fans stecken als Anspielung im Modell.

Wer die Rechte hat und was der Fan bekommt

Downton Abbey ist ein Lizenzthema: Die Serie stammt von Carnival Films, in der Pressemitteilung tritt außerdem Universal Products & Experiences auf, die Produkt- und Lizenzsparte von NBCUniversal. Die Lizenz verhandelt nicht der Fan, sondern LEGO, und zwar erst, wenn ein Entwurf die 10.000 Stimmen erreicht hat und geprüft wird. Die Regeln der Plattform nennen die „Lizenzmöglichkeiten“ ausdrücklich als ein Kriterium, nach dem die Jury entscheidet.

Bei Downton Abbey dauerte dieser Schritt. Nach der Prüfung im März 2025 kam das Projekt zunächst auf den sogenannten Parking Lot, eine Warteliste für Entwürfe, die noch Recherche oder Verhandlungen mit Rechteinhabern brauchen. Welche Bedingungen LEGO mit den Rechteinhabern vereinbart hat, ist nicht öffentlich.

Für den Fan sind die Bedingungen klar geregelt. Laut den Regeln erhält er 1 Prozent des Nettoumsatzes, zehn Exemplare seines Sets und eine Nennung im Set. Bei einem Modell dieser Preisklasse sind das bis zu knapp drei Euro pro verkauftem Set, bei 10.000 Exemplaren also bis zu rund 25.000 Euro. Wie viele es am Ende werden, verrät LEGO nicht. Für einen Entwurf, der als Hobby begann, ist schon die Aussicht bemerkenswert: ein eigenes Set im Handel, mit dem eigenen Namen darin und einer Beteiligung an jedem Verkauf.

Selbst ein Set vorschlagen

Eingereicht wird über ein Konto bei LEGO Ideas. Das Modell muss fertig gebaut sein, aus echten Steinen oder digital, etwa in BrickLink Studio, und zwischen 200 und 5.000 Teile haben. Entwürfe zu bestehenden LEGO-Themen wie Star Wars nimmt die Plattform nicht an.

Danach beginnt die eigentliche Arbeit: In den ersten 60 Tagen braucht ein Projekt 100 Unterstützer, dann bleibt ein Jahr bis 1.000 und jeweils ein halbes Jahr bis 5.000 und 10.000. Wer eine Frist verpasst, fängt von vorn an. Auch dann ist nichts entschieden, denn über die Umsetzung bestimmt erst die Prüfung. Downton Abbey schaffte die Stimmen in drei Monaten und wartete danach über ein Jahr auf die Zusage.

Gelobte Figuren, geteilte Meinung zur Fassade

In den gesichteten Tests und Kommentaren wiederholt sich eine Linie: Die Figuren überzeugen, die Fassade wird zwiespältiger gesehen. Brickset und New Elementary beschreiben den Aufbau als stellenweise eintönig, weil sich die Wandabschnitte ähneln und viele kleine Teile verbaut werden. New Elementary merkt außerdem an, dass alle übrigen Verzierungen als Aufkleber beiliegen.

Beim Preis gehen die Einschätzungen auseinander. Der Preis pro Teil liegt bei 6,4 Cent, was Brickset für ein gutes Verhältnis hält. Zugleich findet der Tester das Modell kleiner, als 4.711 Teile erwarten lassen, weil viele davon winzige Platten und Fliesen sind. New Elementary nennt die Fassade ein gelungenes Architekturmodell, hält sie ohne Bezug zur Serie aber nicht für den vollen Preis wert.

Für wen sich das Modell eignet

Downton Abbey 21373 dürfte vor allem Fans der Serie ansprechen, die Räume und Figuren wiedererkennen wollen. Für sie ist das Nebeneinander von Speisesaal und Küche der eigentliche Reiz. Wer ein Architekturmodell von Highclere Castle sucht, bekommt eine detailreiche Front, aber ohne den Turm, an dem man das Schloss erkennt.

Wie LEGO PlayStation 72306 ist das Set ein Ausstellungsmodell für Erwachsene mit starkem Lizenzbezug. Dort stecken zwei Spielszenen im Konsolengehäuse, hier zwei Stockwerke voller Serienalltag.

Wie gut sich das abnehmbare Obergeschoss im Regal handhaben lässt, zeigt erst ein eigener Aufbau. Die Idee hinter dem Modell ist schon jetzt sichtbar: Es erzählt, wer in welchem Stockwerk lebt.